Das könnte das Motto für die arbeitprozessorientierte (eigentlich: -integrierte)
Qualifizierungsmethode APO sein.
Arbeitsprozessorientierte Weiterbildung Die
Qualifizierung zum IT-Spezialisten erfolgt arbeitsprozessintegriert in den IT-Geschäftsprozessen der Unternehmen. Die Teilnehmer bearbeiten und dokumentieren ein
reales Projekt.
Entwicklung der Methode
Das Fraunhofer Institut Software und Systemtechnik hat im Rahmen eines vom bmb+f geförderten Projekts (APO) zusammen mit Unternehmen der IT-Branche die Instrumente und
Methoden zur Umsetzung des Qualifizierungssystems entwickelt. Das “APO-Prinzip” wird hier vereinfacht dargestellt (Quelle: “IT-Weiterbildung mit Erfolg”):
Pädagogisch- didaktisches Prinzip
Lernen am Projekt
Die Qualifizierung erfolgt im Rahmen eines realen betrieblichen Projektes (in der Regel an dem gewohnten Arbeitsplatz). Das Projekt muss alle Teilprozesse des Referenzprozesses abdecken. Der Teilnehmer muss also den Referenzprozess in seine eigene Arbeitssituation transferieren, deshalb wird sein Projekt Transfer- oder Qualifizierungsprojekt genannt. Wenn das nicht durch ein einzelnes Projekt möglich ist, können auch mehrere Projekte bearbeitet werden. Zur Auswahl des Qualifizierungsprojekts siehe diese Leitlinie oder das interaktive KIBNET-Tool.
Fehlendes Wissen eignen sich die Teilnehmer während der Projektbearbeitung an. Bevorzugte Lernmedien sind Internet/Intranet und Firmenunterlagen, weil sie
erfahrungsgemäß die aktuellsten Informationen enthalten. Die Beratung mit Mitarbeitern ist ebenfalls hilfreich. Aber auch herkömmliche Medien und Methoden wie
Fachzeitschriften und Bücher sowie Seminare sind möglich. Dieses “freie Lernen” ist die ohnehin ständig geübte Praxis im IT-Bereich. Um sich das
Erarbeitete und Gelernte bewusst zu machen, zu vertiefen und zu verallgemeinern, führen die Teilnehmer ein Lerntagebuch.
Methodisch- didaktisches Gerüst
Der Lernprozess während der Projektbearbeitung wird durch ein “methodisch-didaktisches Gerüst”(siehe “IT-Weiterbildung mit Erfolg”)strukturiert und unterstützt.
Zu diesem unterstützenden “Gerüst” gehört ein Fachberater und ein Lernprozessbegleiter. Bei der Spezialistenqualifizierung
ist ihre Rolle genau definiert und ihre kompetente Besetzung und Arbeitsweise muss für die Zertifizierung schon bei der Antragstellung dokumentiert werden. Diese
Begleitung kann durch Mitarbeiter der Bildungsabteilung (bei Großunternehmen) oder durch externe Bildungsanbieter erfolgen.
Bildungsanbieter
Bildungsanbieter müssen sich sich deshalb von herkömmlichen Seminaren lösen und den Lernprozess duch Coaching begleiten.
Zur Unterstützung eigenen sich auch besonders Netzplattformen (siehe auch “Netzbasiertes E-Learning”). Um die Prozessorientierung der
Qualifizierung den Teilnehmern zu verdeutlichen, hat das Fraunhofer ISST den so genannten APO-Pilot entwickelt.
Für die Bildungsanbieter
wird es darauf ankommen, intelligente, effektive Lösungen für die Lernprozessbegleitung zu finden. Dabei werden bundesweit operierende Anbieter andere Konzepte benötigen als örtlich tätige. Kosten und Qualität müssen gemeinsam optimiert werden.
Ablaufschaubild
Das Fraunhofer ISST und Cert-IT haben in einem detailierten Schaubild die Verzahung von Qualifizierungs- und
Zertifizierungsprozess dargestellt. Nach dem Anklicken wird eine vergrößernde PDF-Datei geladen (520 KB) in der durch die Adobe-Lupe alle Einzelheiten lesbar sind.
Weitere Informationen zur APO-Methode finden Sie auch auf den Seiten des Fraunhofer Instituts .
Pilotierung
Bei der Deutschen Telekom AG wurde eine erste Pilotierung im März 2002 abgeschlossen. Dafür wurde ihr vom Bundesinstitut für Berufsbildung der Weiterbildungsinnovationspreis verliehen.
Seit dem nehmen zahlreiche IT-ler im ganzen Bundesgebiet an den Qualifizierungen teil (Bildungsanbieter siehe Linkliste im Menü). Über die Verwirrung, die
einige IHK durch ihre Abweichungen vom IT-Weiterbildungssystem auslösen, wird auf einer gesonderten Seite informiert.
Teilnahme- voraussetzungen
Teilnehmer, die an einer Spezialistenqualifizierung teilnehmen wollen, müssen die hohen Anforderungen erfüllen, die auch IT-Fachkräfte erfüllen werden, wenn sie eine gute IT-Erstausbildung absolviert haben. Ferner müssen sie die formalen Voraussetzungen für die Zertifizierung erfüllen.